Der Clean Room

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EkelErtl
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Re: Der Clean Room

Beitrag von EkelErtl »

Ich möchte meine „Reihe“ zum Clean Room vorläufig abschließen, um dann geduldig (kann in diesem Forum erfahrungsgemäß etwas dauern) ein Feedback abzuwarten.
Mein abschließendes Thema:


Rückzugsort versus Sehnsuchtsort

Meine Kontaktversuche in die MCS-„Szene“ deckten bislang fast ausnahmslos ein grundsätzliches Missverständnis und Vermischen dieser beiden Begriffe auf.
• Die schnelle Ausflucht der Hilflosen ist der Sehnsuchtsort.
• Die schnelle Selbsthilfe jedoch läge im Rückzugsort.

Man darf gerne beide Ziele verfolgen.
Um den Sehnsuchtsort jedoch jemals in ferner Zukunft erreichen zu können, muss unverzüglich der Rückzugsort geschaffen werden. Nur so hat man eine (geringe) Chance bei Verstand zu bleiben. Dann fehlt (nur) noch etwas Glück, um wieder Fuß zu fassen, gar ein Einkommen zu erzielen.

Wie schon andere Mitglieder an anderer Stelle des Forums feststellten, gibt es in Deutschland keinen Sehnsuchtsort, der zugleich auch ein sicherer Rückzugsort sein könnte. Überall muss man sich auf negative Einflüsse von außen einstellen.
Sogar im furchterregenden Feriendorf weit draußen auf der Insel, das eher wie eine scheintote, totgemähte Vorort-EFH-Siedlung anmutet, wird man sich vor den Düften der anderen Feriengäste schützen müssen. Ist das eigene Ferienhaus von den Vorgängern verseucht, so hat sich der Sehnsuchtsort von selbst erledigt – wenn sogenannte Ferienhäuser für Hochempfindliche überhaupt funktionieren? Nur auf die frische Seeluft zu setzen ist ein allzu billiges Konzept.

Will damit sagen, dass der Sehnsuchtsort nur in Kombination mit dem Rückzugsort funktionieren wird.
Und genau deshalb rufe ich die „Community“ auf, sich endlich ernsthaft mit diesem Konzept der „Mondenfrau“ konstruktiv auseinander zu setzen, das übrigens morgen vier Jahre alt wird.

Herzlichen Glückwunsch zum Vierten Geburtstag.

Ein lange Zeit.
Wenn ich das hier mal als hinkenden Vergleich anbringen darf: Als Vierjähriger hatte ich genug Zeit zum Nachdenken gehabt, dass mir wenigstens klar war, dass ich nicht nur als Allergiker, sondern auch als Atheist zur Welt gekommen war, auch wenn mir als Vierjähriger beide Begriffe noch nicht orthografisch geläufig waren.

Wir können keine Initiative für Wohnraum oder wenigstens Erholungsraum für Hochempfindliche starten, wenn wir nicht beschreiben können, was der Unterschied zu einem normal schadstoffarmen Haus sein soll.

Anstatt darauf zu warten, dass uns die Gesellschaft oder der Staat MCS-Wohnungen beschert, sollten diejenigen unter uns, die noch die Möglichkeit dazu haben, im ersten Schritt für sich die Lösung finden und dann im zweiten Schritt sich heterotop auf die Suche, an das Finden und dann an das Gestalten des Sehnsuchtsortes machen.

„Heterotop“
meint, dass wir endlich den Fluchtreflex unterdrücken, der uns zur „Utopie“, dem Nicht-Ort, fliehen lässt, und stattdessen zusätzliche Orte schaffen, die auch anderen Hochempfindlichen als echtes Vorbild, als taugliches Urlaubsdomizil, als sichere Not-Unterkunft usw. dienen könnten. :yeah1:
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Isidora Paddepüh
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Re: Der Clean Room

Beitrag von Isidora Paddepüh »

Vielen Dank für deine Ausführungen!
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EkelErtl
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Re: Der Clean Room

Beitrag von EkelErtl »

PDF GENUK e.V., August 2021:
”Die aktuelle Situation von Personen mit umweltassoziierten Erkrankungen“

Zu finden hier im Forum unter:
viewtopic.php?p=6314&hilit=genuk#p6314

Abschnitt IX. Bewährte Maßnahmen

2. Schaffung einer verträglichen Wohnstätte … . Einrichtung eines „clean room“ als Rückzugs- und Erholungsort.


Aha, unser Clean Room gilt bereits als bewährte Maßnahme.

Jetzt muss nur noch der in jeder denkbaren Vorhölle funktionierende Clean Room ausgearbeitet werden. :schreib:


Dies zum 4. Jahrestag unseres Clean Room in diesem Forum. :wand: Ganz schön ausdauernd, dieser Smiley.
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EkelErtl
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Re: Der Clean Room

Beitrag von EkelErtl »

Prinzipiell drei Stufen der Filterung, somit drei Stufen der Herangehensweise :schreib:


Muss feststellen, dass hier außer dem Kritzel-Smiley keiner so richtig mit der Ausarbeitung des allerwichtigsten Elements einer Überlebensstrategie-mit-MCS beschäftigt ist.

Aus Anlass eines vor kurzem mit einem Mit-Betroffenen geführte Gesprächs möchte ich die Herangehensweise an die Filterung abstufen, weil die voll entwickelte Staub- und Geruchsperre jeden Laien, somit auch die meisten Mit-Betroffenen überfordert.


In den drei Stufen dürfen wir die Belastungen unterscheiden.

1. Feinstaubbelastung (Pollen, Sporen und alle zu sichtbaren Ablagerungen führenden Stäube);
2. Schwebstaubbelastung (Rauch und alle lungengängigen Stäube, wobei diese kleinen Partikel bei kleinem Masseanteil an der Gesamtstaubmasse den größten Oberflächenanteil stellen und somit die meisten nicht flüchtigen Schadstoffe binden);
3. Flüchtige und Halb-Flüchtige Schadstoffe (Alle Stoffe die sich frei in der Luft bewegen können, darunter solche, die sich kurzzeitig an Oberflächen binden, z.B. Duftstoffe).


Die 1. Stufe hat sich erledigt, wenn man die Lüftungsanlage mit der Filterklasse ausstattet, die für sicheren hygienischen und wartungsfreien Betrieb sorgt, nämlich F9. Das hatte ich schon zuvor angedeutet und darf es wiederholen: Eine hygienische Lüftungsanlage hat per se auch eine Pollenfilterung. Ein Clean Room am Anfang der Kaskade einer solchen kontrollierten Lüftung ist somit ein ausreichend ausgestatteter Clean Room für Pollenallergiker.

Will man sich vor den „Dioxinen“ aus der Müllverbrennung des Arschlochs nebenan schützen, dann muss man „nur“ alle Schwebstaubpartikel abscheiden, denn auf denen haften die „Dioxine“. Das Problem ist weitestgehend erledigt mit einer Hauptfilterstufe H14. F9 wäre das Vorfilter und H14 das Hauptfilter.
Hinweis: Das war für mich ein Jahrzehnte währender Lernprozess darauf zu kommen, dass es für die Schwebstofffilterung nur zwei Filterstufen braucht, also nicht alle 3 Filterklassen eine Stufe.

Bis hierhin recht einfach und günstig zu haben, insbesondere für Mit-Betroffene, die halbwegs handwerklich begabt sind.


Gegen die doppelt-perfiden Duftstoffe muss man das ganz große Kaliber auffahren.
Erstens kann man die Duftstoffe mittels der Partikelfilterung nicht dauerhaft einfangen und zweitens muss man die Belastung um viele Größenordnungen herunter bringen.
Das geht nur mit Aktivkohle, v i e l Aktivkohle!
Beim Durchströmen der Aktivkohle gibt es anfangs eine nahezu mit Schadstoffen gesättigte Schicht, gefolgt von einer Schicht mit in erster Näherung exponentiell abfallender Konzentration des Schadstoffs/Duftstoffs und danach (bei ausreichend langem Weg durch die Aktivkohle bzw. langer Verweildauer in der Aktivkohle) eine Schicht, wo quasi keine Duftstoffe mehr ankommen.

Man muss dieses Zufallsgesetz der Abscheidung verstehen und quasi auch dem allerletzten, im Aktivkohlelabyrinth verirrten Duftstoffmolekül die Chance geben endlich an einer noch unbelasteten Oberfläche eines fast neuwertigen Aktivkohlekorns hängen zu bleiben.

An dieser Stelle möchte ich an die Größenordnungen erinnern, mit denen wir es zu tun haben.
1 mol eines Duftstoffs enthält gemäß Avogadro-Zahl rund 6e23 Moleküle.
1 Milliardstel mol pro Kubikmeter enthielte 6e14 Moleküle pro Kubikmeter.
Wollten wir die Konzentration auf 6 Moleküle pro Kubikmeter reduzieren, bräuchten wir eine Abscheidung von 99,999999999999 %.

Genau deshalb braucht es hinten heraus scheinbar unsinnig viel Aktivkohle, damit wir fast reine Luft in fast unbelasteter Aktivkohle reinigen können.

Es gibt zur Überwindung dieses scheinbaren Unsinns einen ganz einfachen Trick, um nicht unnötig noch fast neuwertige Kohle wegwerfen zu müssen. Dazu mehr, wenn es überhaupt jemanden interessiert …


P.S.: Ach so, da gibt es noch weitere Filterklassen, z.B. U16 - uh, uh, uh - verdaut aber erstmal das zuvor Gesagte! :zwinker1:
Dazu mehr, falls einer wirklich Riesen-Arschlöcher als Nachbarn hat.
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Re: Der Clean Room

Beitrag von EkelErtl »

Musste an anderer Stelle dieses Forums zur Kenntnis nehmen, dass es meine Staub- und Geruchsperre gar nicht braucht.

Siehe Beitrag
„MCS-gerechte Bauweise entwickelt !“
viewtopic.php?t=5140
und dortigen Link zum cmi-haus:
https://www.cmi-haus.de/erste-fotos-23-02-21.html
„…haben wir eine handbedienbare rauchdicht schließende Brandschutzklappe installiert“

Klar, staub- und geruchdichte Klappe zu, Thema erledigt. Der Rauch des Nachbarn bleibt draußen.
Klar, da kann meine Lösung nicht mithalten. Meine Lösung ist deutlich aufwendiger. :weinen:

Vergesst meine Lösung! Vergesst überhaupt den Clean Room, verlasst sofort diesen Beitrag.
Das Überlebenssystem schalten wir aus, machen die Klappe zu, Affe (bald) tot.


:traurig:

Ernsthaft (wobei mir echt schwer fällt ernst zu bleiben – es regt mich auf, obwohl mir das mein Umwelt-Arzt verboten hat),
Ihr könnt w ä h l e n,
wählen zwischen der
MCS-Lösung für Überlebenswillige
und der
MCS-Lösung für Sterbenswillige.

Liebe Leute, ein durchlöcherter Neubau mit Passivlüftung und ekligen Heizkörpern (mit ekligen Dichtungen) kann nur etwas für Sterbenswillige sein.

Hat ein Überlebenswilliger die Möglichkeit eines Neubaus, dann wird es dort ganz sicher keine Heizkörper geben, dann wird durch den Neubau ganz sicher keine ungefilterte Außenluft unkontrolliert hindurchströmen, gar den Clean Room infiltrieren, dann wird es ganz sicher eine Kaskadenlüftung und keine dezentrale Verlegenheitslüftung geben, dann wird man tatsächlich keinen Gastank oder andere Brennstoffe brauchen, sondern zeitgemäß mit Strom aus dem eigenen Stromspeicher klimatisieren, dann nämlich reden wir nur noch vom Klimatisieren, kein Wort mehr über das Heizen!


Entscheidet Euch! Leben oder Sterben.
Entscheidet Euch! Bauen für die Zukunft oder Wohn-K l o.

MCS ist eine ernste Angelegenheit.
Leben-mit-MCS heißt vom ersten Tag an klare Entscheidungen zu treffen, klar für das Leben, klar für die Zukunft. ;daumen1:
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Re: Der Clean Room

Beitrag von EkelErtl »

Österreich

Obwohl das Passivhaus als Deutsche bzw. Darmstädter Erfindung daher kommt, sind es eigentlich die Österreicher, die das Passivhaus im Wohnungsbau am weitesten etabliert und vorangebracht haben.
Auch sind es die Österreicher, für die es selbstverständlich ist, dass eine kontrollierte Außenluftlüftung am effektivsten als Kaskadenlüftung arbeitet – wiederhole: selbstverständlich!

Wie aber erging es mir im nicht-österreichischen-deutschsprachigen Raum, als ich es das letzte Mal unter Preisgabe meiner echten Identität wagte zu fordern, dass ein MCS-Haus wohl unmöglich hinter einem österreichischen Passivhaus zurückbleiben dürfte?
Ich wurde gemobbt. Sämtliche Kontakte in den nicht-österreichischen-deutschsprachigen MCS-Dunstkreis brachen die Diskussion über die zu fordernden Eigenschaften eines MCS-Hauses zu mir ab. Verstehe mich seitdem im nicht-österreichischen-deutschsprachigen MCS-Dunstkreis als unerwünschte Person. :weinen:

Das österreichische Passivhaus mit Kaskadenlüftungskonzept und Pollenfilterung hat per se einen Clean Room für Pollenallergiker.
Der muss also nicht mehr erfunden werden. Den gibt es schon tausendfach – in einem fernen, etwas weiter entwickelten Land.

Gegenfrage: Wen soll überhaupt ein MCS-Haus interessieren, das noch nicht einmal für Pollenallergiker geeignet ist?
Ich sage es klar und deutlich: Außer den Verrückten, die sich das ausgedacht haben, n i e m a n d e n !!

Um gegenüber irgendwelchen Förderern eines MCS-Hauses sich erstens ernsthaft verständlich zu machen und zweitens einen Unterschied zu einem ganz gewöhnlichen, wohngesunden, österreichischen Passivhaus mit Kaskadenlüftungskonzept und Pollenfilterung herzustellen, muss man erstens dieses als Ausgangspunkt nehmen und zweitens mal einen Schritt darüber hinaus wagen.

Was die Filterung betrifft, kommt der nächste Schritt ebenfalls aus Österreich: Der Vorschlag für eine ganz sicher hygienische Lüftung geht auf H13 als Hauptfilterung.
Wie zuvor schon gesagt, durfte ich herausfinden, dass sogar eine Kombination F9 mit H14 super funktioniert und damit vor den aller-aller-meisten Partikeln in der Außenluft schützt.

Was das Passivhauskonzept betrifft, wäre der nächste Schritt eine Verbesserung der thermischen Eigenschaften, was im Prinzip erlaubte, das Haus nicht nur im Winter alleine über den Außenluftwechsel zu beheizen, sondern auch im Sommer alleine über den Außenluftwechsel zu entfeuchten und zu kühlen. Sage hierbei bewusst „im Prinzip“, weil es im Clean Room am Anfang der Kaskade im Winter etwas zu warm und trocken und im Sommer etwas zu kalt und ebenfalls wieder zu trocken werden könnte. Es ist aus Komfortgründen zum bisherigen auf Außenluftwechsel basierenden Passivhauskonzept noch eine Umluft zu ergänzen.

Über die möglichen Verbesserung des altbewährten Passivhauses kann man in aller Ruhe diskutieren.
Was mich aber aufregt, ist die Tatsache, dass wir das Passivhaus nun schon 32 Jahre haben und Häuser, die sich a n m a ß e n MCS-tauglich zu sein, immer noch hinter diesem gereiften, um nicht zu sagen: überalterten Standard zurückbleiben.
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Re: Der Clean Room

Beitrag von EkelErtl »

Österreich II

Obwohl ich seit meiner letzten Antwort in diesem Beitrag keinen Kontakt nach Österreich finden konnte, gehe ich trotzdem weiter davon aus, dass dortige Betroffene eine etwas schnellere Auffassungsgabe haben und schneller zu den notwendigen Eigenschaften eines Clean Room finden sollten.

Muss etwas kleinlaut zugestehen, dass ich auch deshalb nicht komplett gemobbt werden konnte, weil ich tatsächlich nur in den nicht-österreichischen-deutschsprachigen Raum Kontakte gefunden hatte.

Bislang fehlt mir ein Kontakt nach Österreich, um endlich das große MCS-Projekt anzugehen und den für uns nötigen Clean Room mal spruchreif auszuformulieren, damit alle, die uns eventuell helfen wollen, auch verstehen, was wir denn brauchen, um echt ein leben-mit-mcs führen zu können.

Meine spärliche Ausbeute:

https://www.energieleben.at/leben-mit-m ... cleanroom/
6. April 2012
„…
Was hilft: Die Abwesenheit der auslösenden Reizmittel in zumindest einem Rückzugsraum für den MCS-Patienten. Ein so genannter Cleanroom, ein Raum, in dem die Anzahl der in der Luft schwebenden Teilchen so gering wie möglich ist. Solche Räume sind mit großem Aufwand herzustellen. …“

Die dort verlinkte MCS-Initiative Austria
http://www.mcs-info.at
ist irgendwie unzugänglich.
Falls ich zu blöd für die Bedienung dieser Internetseite sein sollte, dann gebe mir bitte jemand Bescheid, wie man dort zu einem Kontakt kommt.
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Rastlos
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Re: Der Clean Room

Beitrag von Rastlos »

@EkelErtl: Versuche es mit mia (at) mcs-info.at (Information ist leider älter.)
Habe ich hier gefunden.
Die Suche im Forum ist ein mächtiges Werkzeug.

Es scheint sich bei der erwähnten Webseite um eine nicht mehr aktuelle Seite zu halten, da sie weder über ein Impressum noch eine Datenschutzrichtlinie verfügt. Was bei mir einen nicht vertrauenerweckenden Eindruck hinterlässt.
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Re: Der Clean Room

Beitrag von EkelErtl »

Vielen Dank dem technischen Support.


Ein Thema möchte ich kurz einschieben. Es geht um den Aufwand für einen Clean Room.

Was die Trocknung der Zuluft betrifft, hatte ich ja schon den Vergleich mit dem Aufwand für eine Wärmepumpenheizung gemacht. Es ist die gleiche Technik und geht man auf dessen ursprünglichen Erfinder zurück, so schaffte dieser den Durchbruch seiner Technik in Anwendungen der Lebensmittelindustrie, noch genauer: Zur Kühlung von Bier.
Es heißt auch nicht umsonst „Kältetechnik“. Die sogenannte „Wärmepumpe“ ist nur ein Abklatsch der Kältetechnik und zudem nur ein Zeitphänomen. Explizite Wärmepumpen im Wohnungsneubau wird es in wenigen Jahrzehnten nicht mehr geben. Man hat dann Klimatechnik mit der Unterfunktion Heizen. Wie auch immer, es bedeutet: Kein zusätzlicher technischer Aufwand nötig für das Entfeuchten!


Nun zur Filterung.

Bis zum Clean Room für Pollenallergiker auch kein besonderer Aufwand, wenn man eine hygienische Lüftungsanlage mit F9 Vorfilterung anstrebt. Darunter sollte man kontrollierte Lüftung sein lassen!!
Der Aufwand reduziert sich sogar, wenn man die Vorfilterung aus dem Lüftungsgerät auslagert, wodurch erstens viel längere Standzeiten möglich werden und zweitens die Druckdifferenz über das Filter vernachlässigbar wird, somit die für die Pollenfilterung aufzubringende Ventilatorleistung gleichfalls vernachlässigbar wird.
Ein synergetischer Nebeneffekt der energiesparenden Filterung ist das verringerte Bypass-Problem über die Dichtungen der Filterung. Die schmutzige Luft geht brav durch das Filter und sucht sich keinen Nebenweg.

Sobald man eine funktionierende Geruchsperre einfügt, kann die Standzeit der Vorfilterung beliebig über die Jahresfrist (Empfehlung ohne Geruchsperre: Wechsel des Vorfilters jährlich im Frühsommer) verlängert werden. Wir wechseln vom üblichen Wartungsintervall von Standardlüftungsanlagen mit integrierten Filtern von wenigen Monaten zu etlichen Jahren.

Die Vorfilterung schützt die Schwebstofffilterung. Wiederum großzügig dimensioniert, werden wiederum extrem lange Standzeiten bis weit jenseits 10 Jahre möglich, könnte man sich aufgrund der vernachlässigbaren Druckdifferenz das Gehäuse sogar als Heimwerker selbst bauen, hat man wiederum bei sorgfältigem Einbau kein Bypass-Problem und wiederum eine vernachlässigbare Ventilatorleistung zur Überwindung der Schwebstofffilterung.

Wer sich schließlich vor dem Weltuntergang oder auch nur dem Riesen-Arschloch nebenan schützen möchte, schließt die Partikelfilterung mit einem wiederum großzügig dimensionierten und sehr, sehr sorgfältig eingebauten Reinraumfilter der Klasse U16 ab.
Die Investition in das Reinraumfilter ist für ein Wohnhaus normaler Lebenserwartung nur einmal zu tätigen, denn die Standzeit der Endfilterstufe liegt in der Größenordnung von 100 bis 1000 Jahren.
Man kann sich auch dies wieder über die Größenordnung der Verschmutzung klar machen.
Nehmen wir hinter der Schwebstofffilterung eine Verschmutzung von einigen Pikogramm pro Kubikmeter an, so liegen wir bei einer Schmutzbeladung der Endfilterstufe in der Größenordnung von einigen Mikrogramm pro Jahr bzw. einigen Milligramm pro Jahrtausend.


Was die Aktivkohle betrifft, sage ich nur soviel: Die großzügig dimensionierte Kohle hat nicht nur diesen oben beschriebenen Abscheidungseffekt auch dem letzten verirrten Duftstoffmolekül eine endgültige Ruhestätte anzubieten, sondern auch eine sehr lange Standzeit, die aber nicht für die gesamte Kohle ausgereizt wird.
Z.B. alle 5-10 Jahre könnte man (in meinem Konzept) ein Drittel der Kohle erneuern, d.h. nur ein Drittel der benutzten Kohle entsorgen.
Wie man das machen könnte, lasse ich mal als Denksportaufgabe stehen.
Jedenfalls ist die Aktivkohle ein Kohlenstoffspeicher und könnte einfach „auf dem Acker“ entsorgt werden, wo der Kohlenstoff noch über viele Jahre gebunden bliebe.
Als Vergiftung des Ackers dürfte diese Art der Entsorgung nicht gelten, denn die Kohle enthält nur das Gift, das zuvor sowieso in der Außenluft war.
Natürlich kein Bio-Acker, denn der ist ja schon genug durch die eklige Außenluft belastet.
Im Garten oder Park einfach unter Büsche, die per se giftig sind, wie z.B. Buxbäume oder Eiben.
Bestehen da irgendwelche Zweifel, dann freut sich das Müllheizkraftwerk – auch gut.


Was will ich sagen?
Man kann dermaßen lange Standzeiten erreichen, dass es schon fast zum Problem wird, die Notiz für den Austauschtermin zu sichern. Insbesondere bzgl. der Endstufe ist die Notiz über viele Generationen weiter zu geben.
Was wollte ich eigentlich sagen?
Investiert man ein Vermögen in ein sogenanntes MCS-Haus, dann sollte man die etwas erhöhte Anfangsinvestition in die funktionierende Staub- und Geruchsperre für eine sichere Rückzugsmöglichkeit im Clean Room nicht scheuen. Die hohe Anfangsinvestition in die Filterung wird langfristig über die geringen Austauschkosten wieder kompensiert.
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Re: Der Clean Room

Beitrag von EkelErtl »

Dem Leser fällt auf, dass ich so langsam, aber sicher beginne mich nur noch im Kreise zu drehen.
Alles bedingt sich irgendwie gegenseitig. Es bleibt sich gleich, wo man die große Erzählung zum Clean Room anfängt.

Für den eher oberflächlichen Leser noch ein allerletzter Hinweis auf eine eventuell übersehene Synergie in meinem geistigen Kurzschluss.

Es ist die große Synergie, die einem in diesem und vielen anderen Foren geschilderten Problem der versagenden Aktivkohlefilterung ein Ende bereitet.
Die aktive Bekämpfung von Schimmel und Hausstaubmilbe mittels aktiver Entfeuchtung (und Kühlung) sorgt zugleich für die sichere Funktion der Aktivkohle über all die Jahre hinweg, die ich oben für den Tausch der Kohle veranschlagt habe. Nie kommt es zu einer Geruchbelästigung aus der Geruchsperre selbst.


Und nie kommt es zu einer erhöhten Freisetzung aus internen Quellen aufgrund von Hitze und Luftfeuchte.


Je besser wir im MCS-Haus die physikalischen Rahmenbedingungen kontrollieren, umso mehr Materialien stehen uns für den Bau und die Einrichtung zur Verfügung.
Das klimatisierte MCS-Haus darf auch nachhaltig und zeitgemäß aus massiven Holzwerkstoffen bestehen und muss nicht in die Steinzeit zurückfallen.
Das klimatisierte MCS-Haus bzw. zumindest der schützende Clean Room dürfte auch komplett in nackten, aber trotzdem nicht rostenden Baustahl gehüllt sein, um ohne eklige Abschirmbeschichtungen alle Formen von Strahlung sicher abzuhalten.

Bis hierhin alles Baumaterial zu 100 % rezyklierbar. ;daumen1: