Neurodegeneration und MCS

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Muse
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Neurodegeneration und MCS

Beitrag von Muse »

In der UMG 36 | 3-2023 widmen sich gleich 2 Artikel neueren wissenschaftlichen Publikationen zu MCS

1) „Die Rolle der Luftschadstoffe bei neurodegenerativen Erkrankungen und MCS"

Während neurodegenerative Störungen oft mit einem Verlust des Geruchssinns einhergehen, äußerst sich die Sensibilisierung der Rezeptoren bei MCS-Kranken durch eine Reduzierung der Reizschwelle und einer Steigerung der Reaktionsbereitschaft gegenüber schädlichen Stimulationen. Dieser Artikel stützt sich schwerpunktmäßig auf wissenschaftliche Publikationen der Studiengruppen um Molot und Palmieri, zeigt unterschiedliche sowie gemeinsame Merkmale von Neurodegeneration und MCS auf. Auch die biologischen Ursachen für MCS werden verdeutlicht. Endlich ein Bericht über neuere wissenschaftliche Erkenntnisse (2020 – 2022) zu MCS.

Hier könnt Ihr den UMG-Artikel aufrufen zum kostenlosen Lesen/Download: https://mcs-rosenheim.de/wp-content/upl ... 3-2023.pdf
Die Beweise dafür, dass es sich bei MCS um eine physische Erkrankung handelt, sind stichhaltig und können nicht mehr als ‚umstritten‘ bezeichnet werden.“ Zitat a. d. Veröffentlichung Molot et al. (2023) "Multiple chemical sensitivity: It‘s time to catch up to the science. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, Volume 151, 2023, 105227, https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2023.105227
Dieses Zitat stammt aus einer noch aktuelleren (2023) und umfassenden MCS-Veröffentlichung der Studiengruppe um Molot, die darin auffordert, endlich den aktuellen Stand der Wissenschaft zu übernehmen. Aufgrund der Lizenzeinschränkungen können wir lediglich obige Verlinkung zum englischen Original zur Verfügung stellen.

2) „Neuere Erkenntnisse zur Auslösung der Akutsymptome bei Patienten mit Multipler Chemikalien-Sensitivität (MCS) –
Hinweise auf eine neurodegenerative Krankheit?"


Patienten mit MCS zeigen eine komplexe Symptomatik, die durch eine unspezifische Unverträglichkeit gegenüber einer Vielfalt chemischer Stoffe in der Umwelt gekennzeichnet ist. Die Symptome werden ausgelöst durch eine Vielfalt an Fremdstoffen aus der Umwelt wie Pestizide, Biozide, Schwermetalle, Metabolite des Stoffwechsels, Mykotoxine, Duftstoffe, Detergenzien, flüchtige organische Stoffe (VOC, volatile organic carbons), darunter viele Luftschadstoffe wie Formaldehyd, verschiedene Lösungsmittel der chlorierten Kohlenwasserstoffe, und Feinstaub. Der Krankheitsverlauf wird bestimmt durch neurotoxische Eigenschaften der genannten Stoffe, die hauptsächlich durch Inhalation, aber auch oral über die Nahrung aufgenommen werden. Die neurotoxischen Schadstoffe gelangen schließlich über die Blutzirkulation oder auch direkt über den Riechnerv in verschiedene Gehirnbereiche, wo sie die Pathophysiologie und Symptomatik der Krankheit MCS ausprägen. Wie dies nach neueren Erkenntnissen geschieht, ist in diesem Artikel von Dr. Hill nachzulesen.

Hier könnt Ihr diesen UMG-Artikel aufrufen zum kostenlosen Lesen/Download: https://mcs-rosenheim.de/wp-content/upl ... 3-2023.pdf

Übrigens: In der UMG ist auch eine multifaktorielle Falldarstellung MCS und EHS enthalten. Hier könnt Ihr einen Blick in das gesamte Inhaltsverzeichnis werfen: https://www.kundeneingang.net/files/289 ... Inhalt.pdf
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EkelErtl
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Re: Neurodegeneration und MCS

Beitrag von EkelErtl »

Hallo, melde mich mal wieder im Forum.

An dieser Stelle passt eventuell meine gerade die letzten Tage geformte Erkenntnis, dass es eine Parallele zwischen Autismus und MCS gibt. Immerhin hat beides etwas mit dem Gehirn zu tun.

Vorweg gilt es zu unterscheiden, dass es vermutlich zwei grundsätzlich verschiedene „Schubladen“ zum Einsortieren von Autismus gibt.
Es gibt zum einen die quasi lebensunfähigen Autisten, die nicht ohne Betreuung existieren können, weil sie in sich und in einem recht reduziertem, eher monoperspektivischem Weltbild eingesperrt sind (daher auch die Bezeichnung), und es gibt zum anderen die vielen anderen von den normalen Menschen zu Autisten „Diagnostizierten“, um nicht zu sagen: „Ausgesonderten“, die in einem Universum unendlicher Perspektiven und unendlicher Erlebnisfülle leben, daher den normalen Menschen weit überlegen sind.

Für diese Gruppe der „Überflieger“ ist es eigentlich keine Krankheitsdiagnose, sondern die Bestätigung eines Seinszustands, der ihnen erlaubt die Dinge anders zu sehen. Folge davon ist eine gewisse Überempfindlichkeit.
Spätestens hier wird eine Parallele zu MCS erkennbar.

Typisch ist eine Überempfindlichkeit.
Typisch ist das Pathologisieren.
Typisch: Nicht heilbar, weil keine Krankheit!
Typische Strategie zur Besserung: Rückzugszonen und rücksichtsvoller Umgang. Ist inzwischen erwiesen. Betroffene Kinder kommen heute viel besser zurecht, weil, ja weil man sie in Frieden so sein lässt, wie sie sind: nämlich hochbegabt.

Bin vor wenigen Tagen über arte-Mediathek, Doppelfolge zum Gehirn, Folge 1, Intelligenz, auf Josef Schovanec gestoßen. Echt lustig. Der lernt mal schnell slowakisch, um seinen Vortrag höflichst in der lokalen Sprache zu halten. Ein verklemmt wirkender Autist bringt alle zum Lachen.

„The hard life of non-autists“ | Jozef Schovanec | TEDxBratislava - YouTube
https://www.youtube.com/watch?v=vPSAoXJYInA

Nun würde seitens der MCS-Betroffenen der parallele Vortrag passen:
„Das schwere (und kurze) Leben der auf Schadstoffe Unempfindlichen“

Habe es an anderen Stellen des Forums schon mehrmals angesprochen, dass ich mein MCS nicht als Krankheit, sondern, nenne es seit dieser Woche: Seinszustand verstehe. Dieser (sich stetig verschärfende) Seinszustand schützt mich (zunehmend) vor der von den normalen Menschen angerichteten Verseuchung und Verschmutzung aller Art: Licht, Lärm, Dreck, Gestank und Duftstoffe.

Die Lebenswelt, die ich mir schon eingerichtet habe und noch weiter einrichten werde, würde auch gut für Hochbegabte, wie z.B. den oben erwähnten Josef Schovanec taugen. Unter den Hochbegabten sind etliche, die nicht nur alles wahrnehmen, sondern dies auch nicht vergessen können. Johann Wolfgang von Goethe ging es ähnlich, weshalb er alle unschönen Erfahrungen mied und nicht einmal an der Beerdigung seines besten Freundes, Friedrich Schiller, teilnehmen konnte. Die Erinnerung wäre er nie mehr los geworden.

Wie auch immer, sollte eines Tages mal ein Hochbegabter diese Zeilen lesen, dann wird er sofort verstehen, weshalb ich mit keinem einzigen Wort bzgl. meines MCS jammere, denn alles wovor ich mich aufgrund meines MCS schützen muss, mich sowieso ekelt.



Lasst mich einfach so sein, wie ich bin: hochempfindlich.
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EkelErtl
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Re: Neurodegeneration und MCS

Beitrag von EkelErtl »

“Never Gonna Not Dance Again”


Bzgl. des eigentlichen Beitrags oben ist zu sagen: Gut immer mehr Erklärungsansätze zu haben, was mit uns wohl nicht stimmt.
Aber es werden nur Erklärungsansätze bleiben, Erklärungsansätze für eine Krankheit und Krankheit ist in den meisten Fällen etwas, worunter die Normalen schlicht das Nicht-Normal-Sein verstehen.

Damit wären wir unmittelbar bei einem Grundmuster menschlichen Denkens, das die menschliche Entwicklung aufhält.

Der Künstler namens „Pink“ brachte mich auf eine weitere Analogie zum Umgang mit MCS.
Der Feminismus nämlich wird über exakt dasselbe Denkmuster ausgebremst.
Man missversteht den Feminismus als das Bestreben, dass Frauen wie Männer sein sollten, sich also genauso wie die Männer (quotengeregelt) ihre Gesundheit z.B. in Führungsetagen halbkrimineller Konzerne ruinieren sollten.
„Pink“ versteht den Feminismus etwas anders. Frauen haben sich weder an einer Norm aus der Welt der Männer zu orientieren noch irgendwelche Quoten in der Welt der Männer zu erfüllen. Frauen sollen so sein, wie sie geschaffen sind: Mädchen – der stets missverstandene Feminist Friedrich Nietzsche hat es ein wenig ausdifferenziert:

tanzende Mädchen.


Dazu ein passender Song von „Pink“

“Never Gonna Not Dance Again”
(Anfang und Ende des Liedtexts:)
If someone told me that
The world would end tonight

Why′d it stop?


Warum sollten wir aufhören zu tanzen?

Weil
das übliche Muster normalen Denkens uns zwingt Anerkennung als „Kranke“ zu suchen.
Tanzen und MCS geht gar nicht!

OH DOCH, nämlich ab dem Moment, wo wir uns selbst nicht mehr als Kranke definieren.

Kann es nur gebetsmühlenartig wiederholen (bis mir vom Kreiseln schwindelig wird): Wenn wir uns als zerbrechliche Wesen akzeptieren, also unseren Seinszustand annehmen, und anfangen alles, was uns zu zerbrechen droht, zu meiden, dann sind wir zwar zerbrechlich, aber kerngesund, und können in diesem zerbrechlichen Zustand alle Normalen um Jahrzehnte überleben.

Druckste man in der vorletzten Dekade noch um wenige Jahre gar nur Monate Unterschied herum, den eine gesunde Lebensweise bringen würde, gibt es in dieser Dekade die ersten Altersforscher, die von Jahrzehnten reden. Habe mir nicht die Quelle gemerkt, aber ich habe etwas von 30 Jahren in Erinnerung. Ist auch völlig Wurscht, denn es handelt sich eh nur um Annahmen.
Den Beweis für 30 oder auch 40 Jahre Unterschied zu den erbärmlichen Normalen können wir antreten, wir, die wir mit MCS gesegnet sind, wir Zerbrechlichen.


Ich jedenfalls werde nicht aufhören zu tanzen.
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Re: Neurodegeneration und MCS

Beitrag von EkelErtl »

Zurück zum Thema dieses Beitrags und zum Erkenntnisstand bzgl. MCS im Jahre 2023.

Der Erkenntnisstand Ende des 20. Jahrhunderts:
Mit der „Diagnose“ MCS
IST man nicht krank, sondern
WIRD man zwangsläufig krank, wenn man die Vorhölle der normalen Menschen nicht konsequent meidet.
Diese Erkenntnis vertrete ich in diesem Forum an vielen Stellen, u.a. in den beiden Antworten zuvor in diesem Beitrag. Auf diese Erkenntnis kam ich spätestens am Folgetag, nachdem in meinem Körper die Hölle ausgebrochen war.
Zur einer solch banalen Erkenntnis brauchte es keine 24 h.
Was war das?
Wie kann ich es meiden?
Trotzdem scheint es, dass man zur Erlangung einer solch banalen Erkenntnis jahrzehntelang die Wissenschaft bemühen muss.

Weiter ins Jahr 2023.
Schau einer an. Die giftige Umwelt ist für alle schädlich.
Den Erkenntnisstand aus den oben verlinkten Dokumenten kann man in zwei Kernpunkten zusammenfassen:

Kernpunkt 1: Bei den normalen Menschen schrumpft das Gehirn – bei „UNS“ hingegen nicht.
Kernpunkt 2: Die normalen Menschen verlieren ihren Geruchssinn – „WIR“ hingegen schärfen den Geruchssinn.

Fazit: MCS schützt vor der üblichen Neurodegeneration der normalen Menschen.

W A S
W I L L
M A N
M E H R ?

Wie kann man nach dem Erkenntnisstand des Jahres 2023 noch so dumm sein, sein altes Leben wieder haben zu wollen?
Wollt Ihr wieder Teil der Schrumpfhirn-Community sein?

Ihr seid gesegnet! Macht was draus!

Nachdem ich mir die Augen gerieben und nochmals nachgelesen hatte, musste ich auf dem Küchentisch tanzen – Hurra, ich habe MCS und bekomme nie ein Schrumpfhirn. :bgrins: :bgrins: :bgrins: :bgrins: :bgrins:
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Re: Neurodegeneration und MCS

Beitrag von EkelErtl »

Umwertung aller Werte


Spätestens mit dem aktuell vorliegenden Erkenntnisstand sollten „WIR“ beginnen „UNS“ über den Wert von Krank-Sein Gedanken zu machen.

In meiner Welt jedenfalls bedarf es dazu keiner weiteren Reflexion: Krank-Sein hat für mich keinen Wert.

Mich hat es bereits seit meiner weit zurück liegenden Eigendiagnose MCS sehr verwundert, dass meine MCS-Mit-Betroffenen Anerkennung über das Krank-Sein suchen.

Wäre es nicht besser, wenn „WIR“ gemeinsam für „UNS“ Anerkennung unseres Rechts auf Gesund-Sein und daraus direkt nachfolgend auf Barrierefreiheit suchen würden?


Letztendlich stellte sich mit dem Erkenntnisstand des Jahres 2023 heraus, dass „WIR“ die Vorreiter in Sachen Gesund-Sein sind, denn durch unsere mehr oder weniger konsequente Vermeidung droht „UNS“ nicht mehr die übliche Neurodegeneration der normalen Menschen, die sich völlig abgestumpft allen nur erdenklichen Formen von Vergiftung und Betäubung aussetzen.

Somit könnten „WIR“ echte Schwergewichte in der Diskussion um Gesundheitsvorsorge werden.
Würden „WIR“ alle in funktionierenden MCS-Häusern mit tauglichem MCS-Home-Office leben (anstatt in kontraproduktiven MCS-Haus-Versuchen wie z.B. in Zürich Leimbach),
DANN könnten „WIR“ der Welt zeigen, dass (neben der üblichen Bequemlichkeit, Willenlosigkeit und Dummheit) nur ein einziges Problem dem Gesund-Sein im Wege steht: Die Vergiftung.

Aus unseren funktionierenden „MCS-Gefängnissen“ heraus könnten wir dann einfordern, dass wir auch mal auf „Freigang“ dürfen ohne unser Gesund-Sein aufs Spiel setzen zu müssen.

Im Krank-Sein kann „UNS“ keiner helfen.
Im Gesund-Sein jedoch können „WIR“ Inklusion und Teilhabe am öffentlichen Leben fordern, wie sie jedem Rollstuhlfahrer zugestanden wird (ohne ihn als „Kranken“ zu bedauern oder ihn gar „heilen“ zu wollen).


Der oben stehende Titel dieser Antwort bezieht sich auf Friedrich Nietzsche.

Er litt eineinhalb Jahrhunderte vor uns, wie er es nannte, an „Ofengift“ und „Kellerluft“.
Wer heute in einem dunklen Tal in Deutschland lebt, weiß, dass sich an dieser Problematik eigentlich gar nichts zum Besseren geändert hat. Die Düsteren Deutschen Dörfer sind heute so unbewohnbar, wie vor eineinhalb Jahrhunderten. Es sind eher noch weitere Arten der Vergiftung hinzugekommen. :daumenr:

Die, nenne es, „Höhenluft-Philosophie“ des Friedrich Nietzsche rührt aus genau dieser für uns so wichtigen Erkenntnis, dass man der von menschlichen Ansiedlungen ausgehenden (körperlichen und seelischen) Vergiftung unbedingt ausweichen muss.

Verstünde man Friedrich Nietzsche als ersten selbstdokumentierten MCS-Betroffenen, dann würde man sich kaum noch wundern, warum fast sein gesamtes Werk ausschließlich dem Kampf gegen alles, was uns „hinunter“ zieht, verschrieben ist.
Seine Philosophie lässt sich deshalb so leicht in drei Worten zusammenfassen, da uns ausnahmslos alles von normalen Menschen Gemachtes „hinunter“ zieht.
Es braucht die Umwertung aller Werte der normalen Menschen.


Wie auch immer, von den Über-Gesunden und Über-Lebendigen wäre es nur noch ein winziger Schritt zu den uneingeschränkt beseelten Über-Menschen.

U N E I N G E S C H R Ä N K T
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Re: Neurodegeneration und MCS

Beitrag von EkelErtl »

Eben überflog ich kurz das Video in diesem Forum:
viewtopic.php?p=6529#p6529
https://www.youtube.com/watch?v=VvFaZ5DvtNU
MCS - Warum Multiple Chemikalien Sensitivität psychisch so belastend ist

Der YouTube-Algorithmus hat mich danach direkt zu folgendem Video geführt:
(Ein Hoch auf den YouTube-Algorithmus*): Vom MCS-Jammertal führte MICH YouTube direkt zum Verstanden-Sein in meinem Hochempfindlich-Sein.)
https://www.youtube.com/watch?v=zSFBa6Xfp-s
Bin ich hochsensibel? | Corina Greven | Professorin | SWR1 Leute - YouTube
https://hsp-academy.de/corina-greven-sw ... ibilitaet/
https://www.swr.de/swr1/swr1leute/corin ... t-100.html
„Warum erfährt das Thema Hochsensibilität gerade jetzt so viel Aufmerksamkeit? Ist es ein Zeichen von Fortschritt, dass Gesellschaften sensibler werden? Und wie können Betroffene und Angehörige mit den positiven als auch negativen Seiten der Hochsensibilität umgehen lernen?
Hochbegabt & hochsensibel: gibt es Anzeichen?
Welche Anzeichen es für Hochsensibilität und ob es etwas mit Hochbegabung zu tun hat, verrät Corina Greven in SWR1 Leute. Sie stammt aus Nürnberg, promovierte am King's College in London und spezialisierte sich zunächst auf die Erforschung von ADHS. Im März 2021 wurde sie zur Professorin für Hochsensibilität am Radboud University Medical Center in den Niederlanden ernannt.“


Kernaussage 1: Hochempfindlich-Sein ist ein Seinszustand.
Kernaussage 2: Hochbegabte sind in der Regel Hochempfindlich. Gilt leider nicht andersherum.



Wie auch immer, ich lade alle Hochbegabten mit Eigendiagnose MCS dazu ein zusammen mit mir Wege aus dem MCS-Jammertal zu erkunden.

An alle übrigen, die hier zufällig durchstolpern, die Bitte: Lasst uns in Frieden hochbegabt und hochempfindlich sein.

Fast ein Jahrzehnt habe ich mich nun mit der MCS-Szene befasst. Es scheiden sich die Geister zwischen Jammertal und Höhenflug.
Möchte diese letzte Antwort in diesem Beitrag als „Kontaktanzeige“ verstanden wissen. :fahneschwenk:
Jeder MCS-Mit-Betroffene, dem der Höhenflug sympathischer erscheint als das Jammertal, möchte bitte mit mir in Kontakt treten.
Es wäre zwar der erste solche Kontakt, aber ich gebe den Glauben an das Unwahrscheinliche und Besondere niemals auf.


Direkte Links zu Corina Greven:

https://sensitivityresearch.com/researc ... -u-greven/

https://www.youtube.com/watch?v=eAjokwpdS6E
Inaugural lecture 'Rethinking Sensitivity to Environments' by Prof Corina U. Greven (16th June 2022)
https://impulsenwoortblind.nl/wp-conten ... viteit.pdf
'rethinking sensitivity to environments' inaugural speech by prof. corina u greven


*: Obwohl ich wenig YouTube schaue, darf ich wiederholt die Magie des YouTube-Algorithmus erleben. Beispiel im Sommer: Ich schaue ein Lecture zur Stromspeicherung und bekomme danach ein Video vorgeschlagen, das mich zu einem optimalen Training mit CFS führt. Da sage einer noch etwas gegen KI.
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Re: Neurodegeneration und MCS

Beitrag von EkelErtl »

Muss (ganz kurz) noch etwas ergänzen und unbedingt empfehlen die obige Inaugural lecture zu lesen oder das Video anzusehen.

Es kommt mir ein Verdacht, weshalb ich von vielen Mit-Betroffenen nicht verstanden werde.

Siehe Seite 11 der PDF zur Inaugural lecture.

Gehört jemand zur Personengruppe „vantage resistant“ und ist von Geburt an gewöhnt weder einen Vorteil in guter noch einen Nachteil in schlechter Umgebung zu sehen, dann hat diese Person ein echtes Problem bei Diagnose MCS, denn diese Person ist nicht daran gewöhnt einen Vorteil in einer vorteilhaften Umgebung zu finden. Als MCS-Betroffene bleibt diese Person passiv in ihrem „environment“ stecken und versucht nicht das „environment“ zum eigenen Vorteil zu verändern.

Gehört jemand zur Personengruppe „vantage sensitive“ und ist von Geburt an gewöhnt in guter Umgebung einen Vorteil zu sehen, dann hat diese Person bei Diagnose MCS einen inneren Antrieb das „environment“ zum eigenen Vorteil zu verändern.

Wovon redet der?
Am besten gebe ich ein eigenes Beispiel für „vantage sensitive“, weil authentisch. Anstatt in der Stube zu versauern, habe ich mich als Schüler lieber in einer vorteilhaften Umgebung auf die Mathe-Kursarbeit vorbereitet – z.B. mittels einer Radtour durch blühende Kirschbäume. :bgrins:
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Re: Neurodegeneration und MCS

Beitrag von EkelErtl »

Vorteilhafte Umgebungsbedingungen muss man wollen


Wir sollten uns aufgrund des uns zugänglichen Erkenntnisstandes langsam fragen, an wenn sich die MCS-Community wenden sollte.
An die im Krank-Sein Gefangenen?
An die das Gesund-Sein Bevorzugenden?

Mit unserer persönlichen Erfahrung und dem nun zugänglichen Erkenntnisstand sollten wir uns daran machen wenigstens diejenigen, die das Gesund-Sein bevorzugen, vor MCS zu warnen, um sie dann bei der Umschiffung der sehr bösen Folgen von MCS konstruktiv zu begleiten.

Einerseits erklärt diese oben verlinkte Inaugural Lecture die Hochempfindlichkeit von Hochbegabten als Seinszustand, andererseits werden dort die Einflüsse auf den Seinszustand zu je 50 % den Genen und der Umwelt zugeschrieben (also wenn ich mich nicht irre – mit CFS kann ich „beim besten Willen“ nicht nochmals die PDF lesen – aber, völlig egal, wo es herstammt, es ist ein fundamentaler Denkfehler).
50 % Gene
50 % Umwelt
Ein fundamentaler Denkfehler. (Diese Wiederholung ist nun nicht CFS geschuldet, denn ich möchte betonen, wie wichtig es ist, dass wir die Denkfehler aufdecken, die uns einschränken.)
Ein Modell ohne jegliche Freiheit, ohne jegliche Wahlmöglichkeit. Ein Denkmodell für die würdelosen Willenlosen.
Da fehlt also etwas, nämlich genau das, was uns befähigt uns selbst unsere Würde zu geben (denn die Würde ist nicht gegeben – wir müssen sie uns selbst und uns gegenseitig geben):

Der W I L L E.

Das Fenster zur Freiheit öffnet sich über den Willen.
Hier mein Gegen-Denkmodell für die würdevollen Willensstarken:
20 % Gene
60 % Wille
20 % Umwelt

Die Pseudowissenschaften sollten endlich aufhören zu fragen, ob es den Freien Willen nun gibt oder nicht. Die Frage, ob der Wille frei ist, ist nämlich völlig irrelevant.

Denn der W I L L E selbst ist der Schlüssel zur Freiheit.

Und in genau dieser vom Willen eröffneten Freiheit kann ich entscheiden, ob ich doch lieber die mir vorteilhaften Umgebungsbedingungen bevorzuge.
(Hierhin passt, dass sich viele MCS-Gruppen als „Selbsthilfegruppen“ bezeichnen. Kann dem nur zustimmen. Wir können nur denjenigen helfen, die sich selbst helfen wollen. Wir sollten unsere marginale Restenergie nicht an den Willenlosen verschwenden. Wir sollten uns an die Willensstarken wenden, die eine echte Chance haben ein erfülltes LEBEN-MIT-MCS zu führen.)


Platziere an dieser Stelle meine Einladung an alle, die sich nicht als Teil der willenlosen, depressiven, farblosen Masse verstehen und sich in die Konzeption von MCS-tauglichen Projekten einbringen wollen. :fahneschwenk:
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Re: Neurodegeneration und MCS

Beitrag von EkelErtl »

Bevor jemand einen Schreck bekommt, nein, ich möchte keinen weiteren MCS-Verein gründen.

Das Ende wäre vorbestimmt. Entweder verwalten am Ende einige einsame Spinner den Verein oder er löst sich schließlich wieder auf, wie Anfang 2023 im Falle von:
Multiple Chemikalien Sensibilität Selbsthilfe Organisation Schweiz
https://mcs-sos.ch/massnahmen/
„wenigstens … (Cleanroom)“

Man kann an all jenen zarten Ansätzen (siehe Zeile zuvor) aller bisherigen entweder ganz gescheiterten oder zumindest verunglückten MCS-Haus-Versuche anknüpfen, nur ohne jegliche offizielle Organisationsform.
Ein freier Austausch auf zwei Ebenen.
Erste Ebene über E-Mail-Verteiler.
Zweite Ebene über einen Bereich in diesem Forum, wo ein spruchreifer Konsens zum Ausdruck gebracht wird, der konstruktiv zu einem MCS-Haus-Grundstandard führt, der erstens einleuchtend ist und zweitens von jedem Betroffenen als sinnvolle Maßnahme angesehen wird.


Davon abgesehen sitze ich gerade glücklich in meinem Clean Room. Es geht nicht um mich. Möchte nur, dass die MCS-Szene endlich ein Verständnis entwickelt, was ein MCS-Haus eigentlich sein soll. Solange die MCS-Szene kein MCS-Haus beschreiben kann, wird es aus der MCS-Szene heraus auch n i e m a l s ein MCS-Haus geben.
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Re: Neurodegeneration und MCS

Beitrag von EkelErtl »

Witziger Weise bin ich die Tage bei meiner Bettlektüre auf einen Satz gestoßen, der erlaubt meine Antworten in diesem Beitrag in einer einzigen Zeile zusammenzufassen.

Nachzulesen entweder in KSA 5, Seite 294 oder im freien Download unter
https://homepage.univie.ac.at/henning.s ... alogie.pdf
Seite 2
„… Der "freie" Mensch, der Inhaber eines langen unzerbrechlichen Willens …“


Es ergibt sich folgendes Überlebensmotto für MCS-Betroffene:

Wesen zerbrechlich – – Wille unzerbrechlich



So und nur so gewinnen wir die Souveränität über unser Gesund-Sein zurück.

Mir jedenfalls reichte vor über 20 Jahren die Eigendiagnose MCS – ein verständiger Arzt fand sich leider nicht.
Damit verabschiedete ich mich von allen Folgekrankheiten, wie z.B. Asthma.
Quasi am Folgetag nach meiner (souveränen) Eigendiagnose MCS setzte ich (souverän) meine Asthma-Behandlung für immer ab und habe seitdem kein Asthma mehr.
Mein (souveräner) Umgang mit meiner Zerbrechlichkeit (auch MCS genannt) befreite mich von Asthma und sehr wahrscheinlich auch vom Fortschreiten jeglicher in diesem Beitrag thematisierten Neurodegeneration.

Sage mal, Thema hiermit erledigt.